Morgenroutine

Wie die richtige Morgenroutine dein Leben ändern kann

Jeder kennt wohl solche Menschen. Freunde oder Kollegen, bei denen man sich fragt „wie schafft der das nur“? Der hat doch zwei Kinder und einen stressigen Job – und ist trotzdem so erfolgreich, so produktiv.

Der Tag hat doch bei jedem nur 24 Stunden. Wie macht der (oder die) das nur alles?

Viele glauben, dass man erfolgreicher ist, indem man härter arbeitet. Das glaube ich nicht. Ganz bestimmt arbeiten zwar viele erfolgreiche Menschen viel und hart. Aber anders herum funktioniert es nicht: Wenn man viel arbeitet, dann ist man nicht unbedingt erfolgreicher.

„Tatsächlich glauben viele Menschen, sie könnten erfolgreicher werden, indem sie härter arbeiten.“

Shawn Achor, karrierebibel.de

Wenn nun nicht die harte Arbeit der Weg zum Erfolg ist – was ist es dann?

Glück und Produktivität hängen zusammen

Der Harvard-Professor Shawn Achor, stellt fest, dass Glück und Produktivität zusammenhängen:
Wer glücklich ist, dessen Gehirn ist um bis zu 31% produktiver als das Gehirn in einem neutralen oder negativem Zustand.

Die Intelligenz ist dann höher, die Kreativität verstärkt sich, die Energielevel steigen an. Verkäufer steigern ihre Leistung um 37%; Ärzte arbeiten 19% schneller und akkurater.

Shawn Achor, karrierebibel.de

Wer also glücklich ist, der hat die Chance erfolgreicher zu werden und damit auch sein „wahres Potenzial“ auszuschöpfen.

Wie wird man glücklich?

Ich möchte hier nicht zu philosophisch werden. Glück ist grundlegend eine Einstellungssache und hängt damit zusammen, wie man mit sich selber umgeht: Glücksgefühle entstehen durch die richtigen Gedanken und Handlungen.

Stephen R. Covey schreibt in seinem ganz hervorragenden Bestseller „The 7 Habits of Highly Effective People“ (Amazon) über „Sharpen your Saw„. Er meint damit, dass man mit dem wichtigsten Kapital gut umgehen soll, was man hat – nämlich sich selbst. Covey meint damit konkret:

  • Arbeite dich nicht zu Tode
  • Höre nie auf zu lernen, zu lesen, zu schreiben und zu lehren
  • Stärke deinen Geist durch Aufenthalte in der Natur, interessiere dich für Kunst und Kultur

Doch das ist natürlich im Alltag alles andere als einfach. Wenn man durch den Tag getrieben wird. Wenn der Tag unzählige Verpflichtungen und Termine bereithält. In einem solchen Fall hat unser Gehirn vor allem die Aufgabe, Gefahren zu erkennen und Probleme zu lösen – aber nicht, uns glücklich zu machen.

Denn gerade in schwierigen Situationen oder wenn der Druck besonders hoch ist, konzentriert sich unser Gehirn automatisch auf Probleme und die ToDo-Liste der anstehenden Aufgaben.

Was kann man von erfolgreichen Menschen lernen?

Viele wachen morgens bereits mit einer solchen ToDo-Liste im Kopf auf. Nehmen dann das Handy in die Hand und checken direkt nach dem Aufstehen erstmal die E-Mails.

Kein Start in den Tag, der unbedingt Glück und Erfolg verspricht.

Wenn man aber auf erfolgreiche Menschen schaut, dann fällt auf, dass der Start in den Tag bei ihnen häufig ein ganz anderer ist: Erfolgreiche Menschen haben häufig eine ganz bestimmte Morgenroutine.

Das Glück beginnt am Morgen

Wie man den Tag beginnt hat wesentlichen Einfluss darauf, wie er sich entwickelt. Wie man in den Tag startet hat viel damit zu tun wie man sich am Rest des Tages fühlt, agiert und kommuniziert – und letztlich auch wieviel Kraft man für andere Aufgaben hat.

Sport am Morgen: Die richtige Morgenroutine
Facebook vs. bewußter Morgenroutine

Während viele Menschen reaktiv auf Impulse von außen reagieren, stellen erfolgreiche Menschen diese Impulse bewusst für eine bestimmte Zeit ab.

Dazu gehört: Kein Checken der E-Mails, kein Facebook, kein Instagram.

Für einen solchen Start in den Tag muss man früh aufstehen und sich Zeit nehmen, sonst wird man dem Tag permanent hinterherrennen. Wenn man früh aufsteht, dann:

  • Niemand stört (alle schlafen noch)
  • Niemand erwartet, dass du auf E-Mails oder Anrufe antwortest
  • Das Gehirn ist erholt und kreativ
  • Du bist voller Tatendrang und noch nicht genervt oder ausgelaugt

Viele (ich habe auch so gedacht) denken, dass jede Minute mehr schlafen wichtig ist und man den Schlaf nicht mit so Unwichtigem „verschenken“ sollte. Aber wenn man sich erst einmal überwindet, dann kann sich durch das frühe Aufstehen der Alltag positiv verändern.

Bekannt ist, dass viele erfolgreiche Promis eine feste Morgenroutine haben und morgens ziemlich früh aufstehen: Bill Gates, George Clooney, Mark Zuckerberg, Jennifer Aniston, usw.

Auch Arnold Schwarzenegger hat von seiner Morgenroutine berichtet:

Arnold Schwarzenegger berichtet von seiner Morgenroutine

Zu dem Thema „Morgenroutine“ gibt es unzählige Blogs, Artikel, Bücher und auch Apps wie bspw. „Fabulous„, die bei der Etablierung von Ritualen am Morgen helfen wollen.

Ein sehr erfolgreiches Buch zu diesem Thema ist „The Miracle Morning“ (Amazon) von Hal Elrod. Hier spricht Elrod über „Die Stunde, die alles verändert„.

Im Buch gibt Hal eine Art Bauplan vor, wie man die erste Stunde des Tages nutzen sollte. Sein Konzept nennt sich „LIFE S.A.V.E.R.S„. Das „S“ meint beispielsweise „Silence“ und meint, dass man jeden morgen mindestens 5 Min. die Stille wahrnehmen sollte.

Eine Anleitung rund um die Methode LIFE S.A.V.E.R.S findet ihr auch in dem Blog projekt-early-bird.de.

Dabei fordert er am Ende des Buches auf, eine 30-Tage Challenge zu beginnen.

Wieviel Schlaf braucht der Mensch?

Vielleicht stellt sich der eine oder andere nun die Frage: Wenn ich morgens sehr früh aufstehe – habe ich dann eigentlich genug Schlaf?

In einem vor kurzem veröffentlichten Artikel der NYT „Waking Up at 4 A.M. Every Day Is the Key to Success. Or to Getting a Cold“ wird der Frage nachgegangen, ob morgens um 4 Uhr aufstehen der Schlüssel zum Erfolg ist – oder vielmehr um krank zu werden.

Vor kurzem hat Steve Harvey erklärt:

“Rich people don’t sleep eight hours a day.”

Steve Harvey, US-amerikanischer Moderator und Entertainer

Ist also der Schlüssel zum Erfolg die Nachahmung von erfolgreichen Leistungsträgern, die ihren „Körper hacken“, um so die eigene Produktivität zu steigern? Klar ist: Es gibt keine Daten, die zeigen, dass erfolgreiche Menschen weniger Schlaf bekommen.

In einer Studie hatten 48 gesunde Erwachsene ihren Schlaf chronisch eingeschränkt. Diejenigen, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schliefen, hatten „kognitive Leistungsdefizite“.

1999 überwachten Forscher der University of Chicago eine Gruppe, die nur vier Stunden pro Nacht schlief. Diese Gruppe entwickelte schnell höhere Werte des Stresshormons Cortisol, höheren Blutdruck und produzierte die Hälfte der üblichen Menge an Antikörpern gegen einen Grippeimpfstoff.

So muss man also letztlich persönlich abwägen: So groß die Vorteile für ein frühes Aufstehen auch sind – sie sollten nicht zulasten des eigenen Schlafpensums gehen.

Fazit:

Eine Morgenroutine hilft den Morgen mit etwas zu starten, mit dem man etwas Positives verbindet. Letztlich kann das alles mögliche sein. Sport oder auch weniger aktive Tätigkeiten (bspw. ein Buch lesen), die für einen selber positiv besetzt sind. Dies führt dazu, dass Endorphine ausgeschüttet werden und der Tag entspannter/besser/glücklicher beginnt. Die Vorteile einer regelmäßigen Morgenroutine sind:

  1. Freie, ungestörte Zeit für sich selbst: Man kann seine Gedanken sortieren und sich auf den Tag einstimmen.
  2.  Energiegeladen und fit: Man schleppt sich nicht schlecht gelaunt, nervös und hektisch aus dem Haus.
  3. Man schafft mehr: Mit der richtigen Morgenroutine kommt man zu dem Zeitpunkt im Büro an, wenn die Produktivitätskurve bereits ansteigt.

Frank Behrendt, „Senior Advisor“ bei Serviceplan, spricht auf Veranstaltungen und in Büchern über Themen wie „Liebe dein LEBEN und NICHT deinen Job“ (Amazon) – und ist damit super erfolgreich. Vermutlich weil er damit ein echtes Zeitgeist-Thema adressiert.

Viele sehen bei sich selber die Gefahr (zu) viel zu arbeiten und trotzdem nicht „erfolgreich“ und glücklich zu sein. Frank zeigt in seinen Vorträgen, wie man gelassen und entspannt durch Job und Alltag kommt und mit welcher Haltung er Dinge angeht und was ihm Kraft und Energie gibt.

Hinweis: Am 18.6.2019 ist in Hamburg der nächste Vortrag: Link.

Eine Morgenroutine ist sicher nicht das Einzige – kann aber ein sehr wirksames Mittel sein, um besser in den Tag zu starten. Und damit vielleicht sogar das eigene Leben positiv zu verändern.

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