Nischenthema

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Vor einigen Jahren kam die Longtail-Theorie auf.

Diese besagt, dass sehr „nischige“ Produkte wie bspw. Low-Carb Pizza-Teig, Fugenreiniger-Bürsten oder Katzenstreu-Schaufel (ich weiß auch nicht wie ich auf diese Produkte gekommen bin) im Internet ihren Marktplatz finden. Das liegt vor allem an der Möglichkeit, mit einem vergleichsweise geringen Aufwand Produkte aus Nischen im Internet verkaufen zu können. Für den Handel lohnt sich hier das Ladengeschäft meist nicht.

Nischen, Nischen, überall Nischen!

Aber auch bei analogen Medien wie Zeitschriften ist erkennbar, dass die Fokussierung auf einzelne, sehr nischige Themen funktionieren kann. So gibt es das Magazin für das Fliegenfischen oder das Magazin „Sauen„, das über Schwarzwild- und „Erleger-Stories“ berichtet.

Und auch bei Serien sind Nischen ein klarer Erfolgsfaktor.

Der Regisseur Baran bo Odar meint, dass der Erfolg von Serien häufig in der Nische begründet ist. So spielt die Erfolgsserie „Mad Men“ etwa im Milieu der New Yorker Werbebranche in den 60er Jahren. Und auch „Breaking Bad“ ist laut Baran bo Odar „wahnsinnig nischig“.

Alle erfolgreichen Serien sind Nischenserien

Regisseur Baran bo Odar, Deutschlandfunk

Auch in dem Bereich in dem ich seit Jahren arbeite, der Kommunikationsbranche, sind Nischen ein Erfolgsfaktor. Agenturen, die beispielsweise Websites, Apps, Online Shops, Portal-Lösungen, TVCs, Google AdWords Beratung, Content Marketing und CRM anbieten, haben es grundlegend schwer sich zu positionieren und mit ihrem Angebot erfolgreich zu sein. Das liegt natürlich auch daran, dass im Jahr 2019 viele dieser Themen so komplex geworden sind, dass diese für sich genommen viel Erfahrung und Kompetenz erfordern. Alles gut abzudecken zu können ist wenig glaubwürdig. Erschwerend kommt hinzu, dass man als Unternehmen im Zweifel mit anderen Anbietern aus der ganzen Welt konkurriert (Stichwort „Longtail“).

Natürlich kann eine breit aufgestellte Agentur erfolgreich sein. Doch wenn man sich auf ein Themenfeld, bspw. die Entwicklung von Apps spezialisiert, so kann man leichter eine Vision entwickeln und Kunden und Mitarbeitern klar machen wo die Reise hingehen soll.

Als spezialisierter Anbieter für beispielsweise die Entwicklung von Apps kann man viel glaubwürdiger auftreten, die Kommunikation optimieren, Kunden schneller begeistern – und natürlich letztlich bessere Leistungen/Ideen/Konzepte/… anbieten.

Natürlich sollte man auf ein Thema setzen, was grundlegend auch nachgefragt wird. Ansonsten geht die Spezialisierung nach hinten los.

Menschen über Nischenthemen erreichen

Davon ausgehend, dass die Interessen von Zielgruppen „nischig“ sind, so gilt es dies auch in der Marken- oder Produkt-Kommunikation zu berücksichtigen.

Eine zentrale Botschaft wie beispielsweise „Wir lieben Lebensmittel“ von EDEKA lässt sich zwar laut und emotional spielen. Allerdings ist dies für die meisten Menschen erstmal in ihrem Leben nicht wirklich relevant.

So geht Content Marketing häufig einen anderen Weg und spielt viele, kleinteiligere Botschaften und versucht damit das gesamte Interessenspektrum der Zielgruppe abzudecken.


Meine Empfehlung: Die Nische ist dein persönlicher Erfolgsfaktor

Diese Fokussierung auf ein Thema (aka „Nischendenken“) kann auch in der Arbeitswelt ein Erfolgsfaktor sein.

Grundlegend gibt es viele Wege erfolgreich zu sein. Ich glaube aber, dass die Fokussierung auf ein Thema zu DEM Erfolgsfaktor im Berufsleben werden kann. Fokussiere dich auf eine Nische bzw. ein konkretes Themenfeld und werde Experte für CRM, für Content Marketing, für Mobile Marketing, für die Entwicklung nativer Apps etc.

An etwas (und dich) glauben und dieses Thema durchziehen

Dabei ist natürlich nicht nicht jeder gut in allem.

Hier auch wieder der Verweis zu New Work. Denn frei nach dem New-Work-Vordenker Frithjof Bergmann sollte jeder herausfinden, was man wirklich, wirklich will.

Wenn man eine Sache immer wieder macht, dann kann man diese mit der Zeit perfektionieren. Hat man erst einmal ein paar Konzepte für Mobile Marketing erstellt, dann kann man dies immer besser und auch in immer kürzerer Zeit erledigen.
Dabei ist das Thema halbwegs egal. Es sollte vor allem ein Thema sein, was einem persönlich Spaß macht. Optimalerweise ist es dann auch noch eines, was am Markt nachgefragt wird.


Fokussierung und Vereinfachung als Entwicklung unserer Zeit

Die Fokussierung auf Nischen oder zumindest sehr klar umrissene, konkrete Themen ist wohl auch eine allgemeine Entwicklung. Viele scheinen sich auf die eine, vermeintlich gerade wichtige Thematik zu stürzen. Beispielsweise den Klimawandel oder die Flüchtlinge.
Selbstverständlich sind das durchaus wichtige Themen. Aber dennoch hilft der Blick auf EINE Thematik (mal mehr oder weniger „nischig“) eher nicht dabei, neue Ideen und Antworten für die großen Fragen unserer Zeit zu finden. Diese sind meist komplex, anstrengend und alles andere als singulär und nischig.

An etwas glauben und dieses Thema durchziehen

Ich würde jedem raten sich eine Nische zu suchen und diese zu besetzen und sich in dem ausgewählten Bereich einen Namen zu machen: Beteilige dich an Diskussionen. Online auf Blogs und Gastbeiträgen. Offline auf Veranstaltungen und Messen – und zeige deine Kompetenz in diesem Bereich.

Freunde, Kollegen und Kunden merken, dass du liebst, was du tust und unterstützen dich im Zweifel dabei. Vermittle was dich so an deiner Leidenschaft begeistert. Ich finde seit jeher den Begriff „Enthusiast“ ziemlich gut. Sei ein CRM Enthusiast, ein Content Marketing Enthusiast, ein Mobile Marketing Enthusiast.

Letztlich kannst du nicht nur potentielle Kunden, sondern auch dich selber damit langfristig glücklich machen – wenn du gerne machst, was du machst.

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